Interview: "Bewohner nehmen Platz in Beschlag"


Andreas Derbogen vom Freundeskreis zu Umgestaltung im Aldinger Seniorenzentrum - Heuberger Bote, 28. Juli 2015


Aldingen - Das Aldinger Seniorenzentrum Im Brühl hat einen neuen Eingangs- und Aufenthaltsbereich. Er wird am Mittwoch, 29. Juli, eingeweiht. Redakteurin Regina Braungart befragte dazu Andreas Derbogen, den Vorsitzenden des Freundeskreises des Seniorenzentrums.


Wie ist es zu dem neuen Eingangs- und Aufenthaltsbereich gekommen?


Beim Bau des Seniorenzentrums 2005 wurde der Innenhof als Aufenthaltsbereich für die Bewohner geplant. Es zeigte sich aber recht schnell, das dieser zwar für Veranstaltungen/Aktivitäten mit den Bewohnern genutzt wird, aber nicht zum Aufenthalt. Wenn die Bewohner raus gehen, möchten sie etwas sehen vom Leben in der Gemeinde, Leute treffen und reden. Also sitzen sie vor dem Haus, auf zwei gestifteten Holzbänken. Dort ist aber nur der schmale Hauszugang vorhanden, links und rechts davon sind Parkplätze. So kam der Wunsch von den Bewohnern, wie auch den ehrenamtlichen Helfern, doch vor dem Haus Platz zu schaffen.


Inwiefern hat der Freundeskreis mitgewirkt?


Der Freundeskreis hat sich der Sache angenommen. Das war 2012. Da der Freundeskreis ja vernünftig mit den Mitteln der Mitglieder und Spender umgeht, wurde kein Planungsbüro beauftragt, sondern alles über ehrenamtliche/private Arbeit geplant. Zunächst war geplant, den Behindertenparkplatz rechts des Eingangs anzuheben, als Aufenthaltsbereich umzugestalten und den Parkplatz nach unten zu verlegen. Die ersten Kostenvoranschläge machten dem Plan schnell ein Ende - allein die Geländearbeiten hätten mehr als 20 000 Euro gekostet. Anfang 2014 bot Bürgermeister Lindner uns eine Prüfung an, ob nicht auf dem gemeindeeigenen Grundstück gegenüber Parkplätze gebaut werden könnten. Es zeigte sich, das es dazu aus früheren Jahren schon Planungen gab. Der neue Bürgermeister Fahrländer und der Gemeinderat haben das Anliegen wohlwollend geprüft und noch 2014 sechs Parkplätze für die Besucher des Seniorenzentrums bauen lassen. Für Freundeskreis und Heimträger entstanden keine Kosten.


Damit war der Weg für eine Erweiterung des Aufenthaltsbereichs wieder frei...Vorplatzeröffnung - 29.07.2015


Wir planten nun mit dem Platz von zwei Parkplätzen. Zwei Themen standen im Vordergrund: der Untergrund mit Rasengittersteinen und die Überdachung. Der Vorstand des Freundeskreises war sich schnell einig, dass kein festes Dach gebaut werden soll. Zum einen, um eventuellen Ärger mit dem Hauseigentümer zu vermeiden, zum anderen, um bei der Nutzung flexibel zu bleiben. Der gesamte Platz vor dem Seniorenzentrum wird ja auch zum Beispiel bei den Jahresfesten genutzt. Angebote für große Markisen zeigten schnell Kosten von 5000 bis 8000 Euro. Auch hier kamen uns der Zufall und ehrenamtliche Hilfe zu gute: Bürgermeister Fahrländer hatte privat zwei große Marken-Markisen, die nicht mehr benutzt wurden, und spendete diese dem Freundeskreis. So war nur noch eine Umrüstung auf automatische Steuerung nötig. Alle Arbeiten konnten im Frühjahr 2015 erledigt werden. Für die Ausstattung des Platzes mit Bänken und Pflanzkübeln machten sich einige Vorstandsmitglieder auf die Suche.


Wann ist die offizielle Einweihung?


Inzwischen ist soweit alles fertig. Die Bewohner haben den Platz sofort dankbar in Beschlag genommen - es war schnell klar, dass es die richtige Entscheidung war. Am Mittwoch, 29. Juli, um 17 Uhr erfolgt die offizielle Einweihung mit Bewohnern und Freundeskreis. Eventuell werden noch weitere Pflanzkübel oder Bänke angeschafft. Dazu möchten wir aber erst die Erfahrungen bei der Nutzung abwarten.


Wie hoch sind die Kosten?


Die Kosten für das ganze Projekt liegen bei etwa 23 000 Euro. 16 500 Euro machen die Bauarbeiten zur Bodenbefestigung und -gestaltung mitsamt Pflasterung und Regenablauf aus. 2500 Euro kostete die Umrüstung der Markisen, 4 000 Euro die Pflanzkübel und Bänke. Dies war in diesem Rahmen nur möglich, weil Seniorenzentrum und Freundeskreis fest in der Gemeinde Aldingen verankert sind und schon immer umfassende Hilfen durch die bürgerliche Gemeinde, die Vereine und Institutionen und nicht zuletzt die örtlichen Firmen und Privatleute erhält. Ohne diese Unterstützung wäre das Projekt so nicht durchführbar gewesen - oder es hätte erst eine großangelegte Spendenaktion durchgeführt werden müssen.


Was steht für den Freundeskreis als Nächstes an?


Großprojekte stehen im Moment nicht mehr an, aber das ist auch gut so. Es ist alles immer mit viel ehrenamtlicher Arbeit verbunden, die erst einmal geleistet sein will. Derzeit haben wir gerade den sonntäglichen Cafebetrieb umgestaltet, das ist aber ein anderes Themenfeld. Wir suchen schon länger nach einem neuen Schriftführer, bisher ohne Erfolg. Nach einem Kassierer haben wir zwei Jahre gesucht. Zudem wohne ich mittlerweile in Villingen und würde den Vorsitz auf längere Sicht gerne abgeben. Das ist aber Zukunftsmusik - ein Nachfolger ist nicht in Sicht.

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