Hallensporttag der Werkrealschule Aldingen mit den Senioren

Auch so sieht Glück aus
Erfolgreiche Premiere für neue Veranstaltungsidee für Aldinger Senioren und Schüler

Ein Hallensporttag mit Schülern der siebten Klasse und im Rollstuhl sitzenden Senioren? Ja! Und strahlende Gesichter jeden Alters waren der Beweis für das freudvolle Harmonieren von Jung und Alt.Aktive Senioren in der EFH
Als sich die Schülerinnen und Schüler der 7a des Aldinger Schulzentrums zu Beginn der Veranstaltung hinter den Stühlen der Senioren aufstellten, waren sie noch ein wenig verlegen und trippelten von einem Fuß auf den anderen. Die Gesichter der alten Ladys und Gentleman wiederum spiegelten Zurückhaltung und ein wenig Skepsis, welche Verrücktheiten da wohl auf sie zukommen mochten: Sport ... wo die meisten von ihnen doch im Rollstuhl saßen...
Doch auch mit und in rollenden Stühlen kann man tanzen. Auch alte Hände können Bälle auf einem bunten Tuch fliegen lassen – gemeinsam mit den jungen Händen der Schüler. Juchzende Senioren beim Auf und Ab und Rechts und Links quer durch den Hindernisparcours – fast wie in jungen Jahren im Handwägele querfeldein.
Es war berührend, zu beobachten, wie behutsam, respektvoll und einfühlend die Jungen und Mädchen mit den Bewohnern des Aldinger Seniorenzentrums umgingen, sie zum Mitmachen und zum Lachen animierten, wie die Alten das Spielen und die Bewegung genossen und völlig vergaßen, dass sie „so etwas“ doch gar nicht mehr können. Glückliches Strahlen in den Augen als schließlich die Teilnehmer in ihren Rollstühlen mit baumelnd-schwebenden Luftballonherzen  und Urkunden (daran) wieder zum Seniorenzentrum zurück rollten, aufgeregt-glückliche Kinderstimmen, die einander in der Umkleide von den Abenteuern mit „ihren“ Senioren berichteten.
Dieser Hallensporttag war der Auftakt eines gemeinsamen Triologie-Projektes der Klasse 7a des Aldinger Schulzentrums und des Seniorenzentrum, unter Federführung der „guten Seele“ des Seniorenzentrum-Freundeskreises, Karin Korb, und Doris Gruhler, Klassenlehrerin der 7a.
Drei Tage nach dem Hallensporttag bastelten Schüler und Heimbewohner im Seniorenzentrum gemeinsam Kordeln für Weihnachtskarten und gestalteten die Karten zum späteren Verschenken. Der dritte Teil der Veranstaltungstrilogie schließlich war die Darstellung von Kurzgeschichten in szenischem Spiel, welches von den Schülern unter Leitung der Deutsch-Referendarin Nathalie Huber gestaltet wurde. Tatkräftige Unterstützung erfuhren die Akteure der Projektreihe zudem stets durch den pädagogischen Assistenten Christoph Büchle. Dazu die engagierte Unterstützung zahlreicher Ehrenamtlicher des Freundeskreises, die mit den Bewohnern und deren Fähigkeiten vertraut sind.
Seit Jahren bereits bewährt sich die Kooperation zwischen Schule und Senioren: Teilnahme der Senioren am Schulfest und an der Weihnachtsfeier. Im Rahmen der Ganztagsschule bietet das Seniorenheim ein Aktivangebot für die Schüler an. Dazu Aufführungen der Schüler beim Seniorenheim-Sommerfest und anderes mehr. Im Zentrum all der gemeinsamen Unternehmungen steht stets das Erleben mit allen Sinnen, das freudige Erlebnis für alle Teilnehmenden, das generationsübergreifende Miteinander.
Und wer da meint, Sport und Spiel mit den lebhaften Jungen sei den Alten zu viel, dem sei mit den Worten einer Seniorin nach dem Hallensporttag entgegnet: „Ich weiß gar nicht, warum über die jungen Leute immer so geschimpft wird. Die waren ja alle so nett und freundlich - ich bin froh, dass ich dabei war.“

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